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Frisches Obst von Apple: Das iPad
27.01.2010 21:41
Punkt 19:30 mitteleuropäischer Zeit präsentierte Steven Jobs auf der MacWorld in San Francisco Apples neuesten Streich: Das iPad. Wie schon bei iPod und iPhone möchte der Konzern auch damit neue Maßstäbe setzen.

Die Spannung war den geladenen Gästen im Yerba Buena Center  direkt anzusehen: In den letzten Wochen und Tagen verdichtete sich das Gerücht, dass Apple am 27. Jänner ein neues Gerät namens „iSlate“ auf den Markt bringen werde. Fotos von möglichen Bauteilen tauchten ebenso auf wie Texte über angebliche Bestellungen Apples bei asiatischen Hardwareherstellern. Trotz der Menge an Spekulationen schaffte es Apple wie immer gekonnt, die Spannung bis zur offiziellen Präsentation aufrecht zu halten und Steve Jobs erntete bei seiner iPad-Vorstellung viel Applaus.
 
Das kann das iPad
 
Bereits im Vorfeld war klar, dass Apples iTunes-Store, der vor allem durch Mini-Anwendungen, genannte Apps, für das iPhone seinen Umsatz stark steigern konnte, die zentrale Schnittstelle für Downloads des iPad werden würde. Mit dem neuen Gerät, dass mit 10 Zoll Bildschirmdiagonale kleiner ausfiel als von vielen erwartet, möchte Apple verstärkt in den eBook-Markt einsteigen und präsentierte bereits ein passendes App dafür: iBooks. Das Display nutzt LCD-Technik und soll wie das iPhone Multitouch-fähig sein. Steve Jobs bemerkte bei seiner Präsentation, dass es mehrere Varianten des iPad geben werde, die sich hinsichtlich ihrer Speicherkapazität unterscheiden. Die billigste Variante des iPad mit 16 GB Speicher würde demnach auf 500 US-Dollar kommen, die Akkulaufzeit soll bei 10 Stunden liegen und das Gerät etwa 700 Gramm wiegen. WLAN und Bluetooth sind ebenso mit an Board wie UMTS, wobei in den USA das Pad mit eine Prepaid-Karte eines Handyanbieters (noch im März) ausgeliefert wird. Die Markteinführung in Europa soll nach Anfang April starten.
Neben dem Gerät an sich wurden auch bereits die ersten Anwendungen präsentiert, allen voran das App „Brushes“ das im Prinzip mit Microsoft Paint vergleichbar ist. Dass es sich dabei mehr um eine Spielerei als um ein tatsächlich effizientes Programm handelte tat der Vorführfreude von Jobs keinen Abbruch. Kurz danach wurde auch bereits das erste Spiel für das iPad vorgestellt: Need for Speed. Dank eines eingebauten Beschleunigungssensors wird es, ähnlich wie beim iPhone, möglich sein, durch Bewegung des Geräts virtuelle Autos oder Spielfiguren zu steuern. Kurios: Alle Anwendungen für das iPhone sollen auch einwandfrei auf dem iPad laufen was zu dem Gedanken führt, dass es sich beim iPad tatsächlich mehr um ein riesen iPhone denn um ein eigenständiges Gerät handelt.
Auch Office-Anwendungen waren teil des Präsentationsprogrammes. Das Prinzip dabei ist ebenfalls bereits vom iPhone bekannt: Eine virtuelle Tastatur ermöglicht das Schreiben von Texten, Formatierungen lassen sich durch antippen des Textes vornehmen. Auch „Numbers“, das Pendant zu Excel ist für das iPad verfügbar und kompatibel zu allen Mac-Versionen was sicheren Datenaustausch ermöglicht.
 
Top oder Flop?
 
Trotz der hohen Erwartungshaltung konnte das iPad bei seiner Premiere durchaus überzeugen, die Reaktionen fielen weltweit gemischt aus. Während ein Facebook-Nutzer meinte, dass man mit iPhone und MacBook völlig abgedeckt sei, lobte ein anderer den relativ günstigen Preis des Geräts. Nun wird Apple noch all jene überzeugen müssen, die sich schwer vorstellen können, längere Texte auf einer virtuellen Tastatur zu schreiben. Als „Übergang“ zwischen Computer und Tablet-PC präsentierte Apple übrigens auch eine Art Docking-Station die als Halterung für das iPad dient und über eine reale Tastatur verfügt. Einen Computer-Ersatz, wie im Vorfeld vermutet wurde, bringt Apple mit dem iPad aber mit Sicherheit nicht: Ein fehlendes DVD-Laufwerke, ein 1GHz Prozessor und maximal 64 GB Speicher in der teuersten Variante reichen dafür nicht aus. Umso fraglicher ist, welche Zielgruppe Apple damit genau ansprechen will und welche Funktionen es bringt die nicht auch durch iPhone oder MacBook abgedeckt werden. Ziemlich sicher ist aber, dass sich der Erfolg des iPhone mit dem iPad nicht wiederholen lässt.
Verfasst von Christian Vorhemus
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