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Sun-Übernahme durch Oracle verzögert sich
12.11.2009 12:48

Aufgrund von Wettbewerbsbedenken liegt die Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle vorerst auf Eis. Der geplante Deal wird von der EU-Kommission derzeit geprüft. Bis Mitte Jänner hat Oracle nun Zeit die Bedenken auszuräumen, wobei der Aufschub für die Unternehmen Verluste in Millionenhöhe bedeutet.


Hauptkritikpunkt der EU-Wettbewerbshüter ist die Übernahme der quelloffenen Datenbank-Software MySQL. Diese sollte aufgrund der Offenheit von niemandem kontrolliert werden, konterte Oracle. Weiters warf der Software-Riese Oracle der EU-Kommission Inkompetenz im Bereich des Datenbankmarktes und speziell im Sektor quelloffener Software vor. Oracle gab auch zu bedenken, dass es im Datenbankmarkt weltweit acht starke Mitbewerber gebe und seit Jahrzehnten wurden Fusionen weder von Europa noch von den USA unterbunden. Das US-Finanzministerium tolerierte den geplanten Zusammenschluss.

 

Stellungnahme aus Brüssel

 

Laut der EU-Wettbewerbskommission sahen sie ein Einschreiten wegen einer Reihe von Kundenbeschwerden als unumgänglich. Aufgrund der Tatsache, dass Oracle marktbeherrschend bei Computer-Datenbanken und MySQL bei der quelloffenen Software ist, hätte eine Fusion der beiden wettbewerbsverzerrende Folgen. Bis zum 19. Jänner will die Kommission den Fall entschieden haben. Ein Urteil zulasten des Zusammenschlusses könnte zwar angefochten werden, das Verfahren würde aber die Übernahme um weitere Monate verzögern. Fest steht, dass jede weitere Verzögerung den Unternehmen 100 Mio. Dollar monatlich kostet.

 

Weiterer Rückschlag für Sun Microsystems

 

Wie bereits berichtet kam auch die verhandelte Übernahme durch IBM nicht zustande. Da IBM nicht das Recht des alleinigen Verhandlungspartners eingeräumt wurde, zog der Konzern das Angebot zurück. Die EU-Blockade des 7,4 Mrd. Dollar Kaufs bedeutet einen weiteren Dämpfer für den finanziell angeschlagenen Server-Spezialisten.

Verfasst von Kathrin Liener
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