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Google rüstet auf: Android 2.0 ist da
31.10.2009 19:09
Mit dem Smartphone-Betriebssystem Android 2.0 das unter anderem von Google weiterentwickelt wird, führt der Suchmaschinenriese sein Geschäft abseits des World Wide Webs weiter fort. Parallel dazu werten neue Anwendungen wie Google Maps Navigation oder der Android-Market das Betriebssystem auf.

Als sich Google Ende 2008 mit dem HTC Dream in das Handygeschäft wagte, wurde dem neuen Mitbewerber von internationalen Topgrößen wie Nokia oder Apple wenig Chancen gegeben, den Markt durchzumischen.  Dies war unter anderem auch dadurch begründet, dass Google damit erstmals den Sprung vom reinen Webtool-Anbieter zum Softwareausstatter außerhalb des World Wide Webs wagen wollte und aufgrund der ungewohnten Situation auf wackligen Beinen stand. Das Design des HTC Dream das im Gegensatz zum stylishen iPhone eher als plump und hässlich galt, tat sein übriges. Seither sind aber weitere Smartphones auf Basis von Googles Betriebssystem Android hinzugekommen die in puncto Design und Technik durchaus mit gängigen anderen Modellen mithalten konnten und damit auch die Marke Android stärkten. Was generell unbekannt ist: Android wurde nicht von Google erfunden und Google ist auch nicht alleiniger Eigentümer von Android. Vielmehr ist der Suchmaschinenriese nur einer von 33 Mitgliedern, die  unter dem Namen „Open Handset Alliance“ das freie auf Linux basierende Handy-Betriebssystem zur Verfügung stellen. Unter den Mitgliedern sind prominente Namen wie Acer, Intel, Texas Instruments, Sony Ericsson oder auch Motorola vertreten. Letzterer ist auch der erste Hersteller, der Anfang November ein Smartphone mit der neuen Version 2.0 des Android-Betriebssystems verkaufen möchte.
 
Droid mit Android 2.0
 
Droid, so der wenig erfinderische Name des Motorola-Android-Handys, besitzt wie das erste Android-Handy von HTC, eine vertikal aufschiebbare Tastatur  und spielt mit einer 5 Megapixel-Kamera, 16 GB Speicherplatz durch die mitgelieferte  MicroSD-Karte und einem 3,7 Zoll Touchscreen alle technischen Stücke. Das Herzstück des Droid ist allerdings mit Sicherheit die neue Android-Software die laut Google mit einigen Verbesserungen aufwartet. So wird das vom iPhone längst bekannte Multitouch unterstützt, eine Option, die es erlaubt, mit mehreren Fingern gleichzeitig Programme zu bedienen und etwa durch zusammenziehen zweier Finger aus einem Bild oder einer Karte zu zoomen. Weiters wurde der interne Webbrowser aufgerüstet und kann nun mit HTML5-Elementen umgehen. Diese Ausrichtung ist besonders in Hinblick auf Google Wave verständlich, immerhin funktioniert die erste zugängliche Testversion von Wave bisher nur reibungslos in Browsern, die moderne Tags unterstützen.
Eine der womöglich bedeutendsten Neuerungen ist aber das von anderen Medien kaum beachtete Gadget „Google Maps Navigation“. Diese Weiterentwicklung von Google Maps könnte vor allem Herstellern professioneller Navigationsgeräte das Leben schwer machen. Es handelt sich dabei um eine freie Navigationssoftware, die auf Basis des Google Maps Kartenmaterials Routen berechnen und als 3D-Animation darstellen kann. Das besondere daran ist, dass auch Fotomaterial von „Google Streetview“ zum Einsatz kommt und  daher eine realistische Wegweisung ermöglicht werden soll. Laut ersten Testeindrücken ist für die Navigation mit Google Maps Navigation allerdings ein permanenter Internetzugang erforderlich, da alle Karten zum erforderlichen Zeitpunkt heruntergeladen werden. Das hat den Vorteil, dass Informationen über Staus oder Baustellen höchst aktuell an die Anwender weitergegeben werden kann. Der Nachteil liegt allerdings auf der Hand: Der entstehende Datentraffic setzt einen großzügig ausgelegten Handytarif voraus, andernfalls kann eine Google-Lotsung ganz schön ins Geld gehen. Ebenfalls vorausgesetzt ist natürlich ein GPS-fähiges Handy, das Motoroal Droid unterstützt aber maximal A-GPS und fällt damit als zuverlässiger Navi-Ersatz also bereits aus. Da Google aber fest damit rechnet, dass bald viele weitere Smartphones mit Android 2.0 auf den Markt kommen, ist es wahrscheinlich, dass zumindest ein Teil mit einem echten GPS-Empfänger ausgestattet ist und sich Google Maps Navigation somit voll nutzen lässt.
 
Minianwendungen im Trend
 
Auch den freien Softwareentwicklern kommt Google mit Android 2.0 entgegen und bietet neue Programmierschnittstellen an, die etwa eine Multiplayer-Option bei Spielen via Bluetooth erlauben sollen. Google hat damit einen wichtigen Trend erkannt und setzt ihn, genau wie Apple, gezielt als Vermarktungsstrategie ein: Kleine Anwendungen wie Wörterbücher, Notiz-Programme, Voice-Recorder oder Points-of-Interesst-Finder sollen das Smartphone aufwerten und personalisieren. Laut Android.com stehen zurzeit etwa 11.000 downloadbare Anwendungen zur Verfügung, mehr als die Hälfte davon sind kostenlos. Dass sich Softwareentwickler über den App-Store oder den Android-Market auch eine schöne Summe Geld verdienen können zeigt ein kurioses Beispiel aus dem App-Store: Ein Entwickler veröffentlichte ein Programm namens „I’m Rich“ zum Unkostenbeitrag von 999$. Das Programm tat nichts anderes als ein Bild eines Edelsteines anzuzeigen und wurde sogar 8mal gekauft ehe es Apple aus seinem Store verbannte…
Verfasst von Christian Vorhemus
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