Die seit zwei Jahren rasant wachsende Branche der Navigationsanbieter hat mit Google einen neuen Teilnehmer bekommen. Wie gewohnt kostenlos soll Google Maps Navigation zunächst in erster Linie viele Benutzer anziehen.
Erst ein halbes Jahr ist es her, als der Google-Konzern mit dem Service Google Voice ein klares Signal dafür setzte, dass man auch in der Sparte Mobilkommunikation Marktanteile zu erobern gedenke. Vergangenen Mittwoch wurde eine weitere Anwendung für das Handy präsentiert, die den Alltag der Benutzer erleichtern soll. Mit Google Maps Navigation greift man nicht nur Apples iPhone an sondern auch bisher boomende Hersteller von Navigationssystemen wie TomTom aus den Niederlanden und Garmin aus den USA. Beide mussten auch prompt zweistellige Kurseinbrüche bei ihren Aktien hinnehmen. Wenn einem das Smartphone bald genauso ans Ziel bringt, werden die teuren Navigationsgeräte bald obsolet sein, befürchteten wohl die Anleger.
Nur in den USA
Die bewährte Google-Taktik wird auch beim Navi durchgezogen. Das Service ist kostenlos und soll dank vieler User irgendwann mit Werbung finanziert werden. Wenn das gelingt, haben jene Mobilnetzbetreiber das Nachsehen, die derzeit eine Gebühr fürs navigieren verlangen. Ausprobieren kann man Google Maps Navigation vorerst nur in den USA, da Google dort durch das Streetview-Projekt über genügend Kartenmaterial verfügt und außerdem bei den Verkehrsmeldungen up to date ist. Die Software ist eine neuere Version von Google Maps for Mobile, das mit GPS kombiniert wurde. Es läuft unter dem neuen Betriebssysten Android 2.0, das zunächst nur auf dem Droid laufen wird, dem neusten Smartphone von Motorola. Auf den US-amerikanischen Markt kommt das Droid voraussichtlich am 6. November. Die Ausweitung auf weitere Anbieter von Endgeräten soll bald folgen.
Vorteile bietet das Google-Navi nicht nur durch fehlende Gebühren. Die Google Maps werden im Gegensatz zu anderen digitalen Landkarten permanent aktualisiert und mit Verkehrsinformationen kombiniert. Da man mit der Anwendung die ganze Wegstrecke über online ist, müssen jedoch Download-Gebühren berücksichtigt werden, womit der Spaß dann doch nicht ganz kostenlos wäre. Ein mögliches Problem wären daher auch fehlender Empfang oder, vor allem in Europa, der Einsatz im Ausland (Stichwort Roaming).
Verfasst von Thomas Müller