> Impressum > Wir über uns
Kategorie
Innovationen
Hot Spots
Business
Produkte
Archiv
Events
Forum
Forum
IT-Solution
IT-Jobs
computer.at > Beiträge > Die Uni brennt im Web 2.0
.[Hot Spots]
Die Uni brennt im Web 2.0
30.10.2009 12:30

Vor einer Woche wurde der größte Hörsaal der Universität Wien von Studenten spontan besetzt. Sie wollen auf die Missstände an der Uni aufmerksam machen. Die Protestaktionen schlugen auch im Web 2.0 hohe Wellen und hinterlassen in Facebook, Twitter, Flickr und weiteren Plattformen deutliche Spuren. Von Live-Streams über Online-Solidarisierung mit anderen Universitäten bis hin zu Bildung einer massiven Gegenbewegung findet die Aktion zu großen Teilen auch online statt.


Am Donnerstag, den 22.10.2009 um 13:00 stürmten Studenten aller Studienrichtungen das Audimax um gegen die momentane Situation an der Universität zu protestieren. Die Besetzer sprachen sich grundlegend gegen Zugangsbeschränkungen oder Aufnahmeprüfungen, gegen Studiengebühren und damit zusammenhängend gegen Leistungs- und Konkurrenzdruck aus. Sie fordern genug Studienplätze für alle und vor allem eine Ausfinanzierung der Universitäten. Die Besetzung des Audimaxes brach im Web 2.0 eine ungeahnte und massive Zahl an Aktionen los. Angefangen bei sekündlich steigenden Mitgliederzahlen in Facebook- und Twittergruppen, des Weiteren über enorm frequentierte Diskussionsforen, über etliche Plattformen, die informieren und mobilisieren wollen, wurde das Internet zu der wichtigsten Austauschquelle über das Geschehen. Menschen aus aller Welt nutzen die verschiedenen Ebenen um sich über diese riesige Protestaktion und alle dahinterstehenden Themen zu informieren.

 

Der Protest in Facebook

 

In kürzester Zeit startete die Facebook-Gruppe „Audimax Besetzung in der Uni Wien - Die Uni brennt!“ damit, alle Neuigkeiten schnell und effektiv über diese Gruppe an alle Anhänger der Protestaktion zu verbreiten. Mittlerweile zählt die Gruppe mehr als 19,000 Anhänger und es werden sekündlich mehr. Studenten aus aller Welt zeigen sich mit der Aktion solidarisch und wollen mit der Mitgliedschaft in der Gruppe auch ihre Unterstützung ausdrücken. Da die Aktion aber auch einige Gegner hat, die die radikale Art und Weise kritisieren und in der Aktion mehr ein Blockierung des Uni-Alltags sehen, welche wiederum den Studenten selbst schadet, bildete sich die Gegen-Gruppe „Studieren statt Blockieren“ welche mit 11,188 Mitgliedern eine beachtliche Gegenstimme bildet, die von Minute zu Minute lauter wird. Sowohl Pressetexte, als auch Forderungskataloge, Ankündigungen, Videos, Bilder und ähnliches werden über die Plattform verbreitet. Die Studierenden diskutieren auf beiden Seiten eifrig und teilweise liegt ein aggressiver Ton in der virtuellen Luft, der nur ansatzweise auf die gespannte und heikle Situation in beiden Lagern schließen lässt. Obwohl auf eine konstruktive und sachliche Diskussionsebene geachtet wird, wünschen sich gegensätzliche Gruppenanhänger teilweise das Schlimmste an den Hals und kämpfen um jedes einzelne Mitglied. Die Fronten sind also steinhart.

 

Formierungen auf allen Ebenen

 

Neben den sehr aktiven und engagierten Facebook-Gruppierungen stellt die Website www.unsereuni.at sehr aktuell alle neuen Entwicklungen online. Die User können jederzeit über Live-Streams die Geschehen im Audimax beobachten und sich mittels Kommentaren aktiv an den Diskussionen beteiligen. Die Seite stellt auch eine Verbindung mit anderen Österreichischen Universitäten her, die sich mit der Protestaktion solidarisch erklären und versuchen so auf einer gemeinsamen Ebene zu arbeiten. Selbstverständlich sind alle Fernseh- und Zeitungsbeiträge sofort auf der Plattform abrufbar und verfolgbar. Auch über Twitter (twitter.com/unibrennt) wird versucht, alle Anhänger zu informieren und zu mobilisieren.

 

Massenbewegungen und das Web 2.0

 

Informationen und Neuigkeiten werden auf vielen Ebenen blitzschnell weitergetragen und ermöglichen eine effektive und vor allem schnelle Mobilisierung aller Beteiligten, egal ob auf der Pro- oder der Contrabesetzungs-Seite. Die Besetzung des Hörsaals und in weiterer Folge die Protestaktion, die einen seiner Höhepunkte in der Demonstration mit 15.000 Beteiligten fand, zeigt eindrucksvoll, wie sich mit Hilfe des Internets und der Entwicklungen in Richtung Web 2.0 sehr schnell ein gruppendynamischer Mobilitäsprozess gebildet hat, der in tausenden Mitgliedern entweder auf der Proseite oder Contraseite gipfelt, die sich im Sinne einer klassischen Feinbildlogik gegeneinander abgrenzen und innerhalb noch enger zusammenrutschen um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Verfasst von Ursula Fuchs
Keine Kommentare zu diesem Beitrag vorhanden