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computer.at > Beiträge > Des einen Freud, des anderen Leid
.[Innovationen]
Des einen Freud, des anderen Leid
22.09.2009 18:11

Durch jüngst veröffentlichte Studien über Social Network Sites werden wieder einmal Schaden und Nutzen von Facebook & Co ersichtlich. Folgender Artikel soll Klarheit darüber bringen welche Nutzungs- und Einflussmöglichkeiten soziale Netzwerke bieten und wem sie letztendlich eher schaden als nutzen.


Für viele User von Social Network Sites bringt die Mitgliedschaft auch Gefahren mit sich. Längst ist bekannt, dass sich Arbeitgeber der Nutzerprofile ihrer Mitarbeiter bedienen. Bei Bewerbungen sind es satte 45% der Chefs, die das Web nach Informationen zur Entscheidungsfindung auf der Suche nach neuem Personal durchforsten. Facebook ist dabei das beliebteste Portal auf dem nachgeforscht wird. Auf unvorteilhafte Fotos, Hinweise auf Alkohol- und Drogenkonsum, kritische Anmerkungen über frühere Arbeitgeber und/oder politische Meinungsäußerungen werden besonders geachtet und wirken sich negativ auf den Bewerber aus. Positiven Einfluss können andererseits Darstellungen von beruflichen Erfolgen und sozialem Engagement bringen.  

 

Facebook als Überzeugungsmaschine

 

Nicht zu unterschätzen ist Facebook hinsichtlich seiner Überzeugungskraft, was Präsident Obama in seinem Medienwahlkampf eindrucksvoll bewies. Durch die richtige Anwendung digitaler Medien können Menschen zu Handlungen motiviert werden, ist sich Stanford-Professor B.J. Fogg sicher. Neben Politikern kommen auch Organisationen und Unternehmen nicht an der Nutzung von „Persuasive Technologies“ vorbei. Jeder, der sich langfristig etablieren will, wird sich über kurz oder lang am Web orientieren müssen, mutmaßt B.J. Fogg. Facebook ist bei den meisten seiner User bereits fest in den Alltag integriert. Doch durch die häufigere Nutzung von Onlinenetzwerken leiden die realen, interpersonellen Beziehungen – auch innerhalb der Familie. Dies veranlasste B.J. Fogg mit seinen Studenten einen Elternratgeber zum Thema Facebook herauszugeben. Etwas gewagt ist die These des Stanford-Professors, dass soziale Medien á la Twitter, Flickr und MySpace ein friedliches Miteinander der Nationen und Völker herstellen können und den daraus resultierenden Weltfrieden.

 

Sexualität durch Freundesliste ersichtlich

 

Unter dem Projektnamen „Gaydar“ versteckt sich der Versuch eine Software zu entwickeln, die anhand der Freundesliste des Userprofils erkennen soll, welcher sexuellen Orientierung man sich zugehörig fühlt. Im Zuge dieses Studentenprojekt am MIT wurden mit einer Software 1544 Profile von heterosexuellen, 21 bisexuellen und 33 homosexuellen Nutzern zur Untersuchung herangezogen. Mit der Annahme, dass homosexuelle Männer mehr homosexuelle als heterosexuelle Freunde haben, wurden 947 weitere männliche Nutzerprofile analysiert, die ihre sexuelle Orientierung nicht bekannt gaben. Zehn Personen konnten ausfindig gemacht werden, die von „Gaydar“ als gleichgeschlechtlich erkannt wurden und laut privater Informationen von Studenten tatsächlich homosexuell waren. Bei bisexuellen und lesbischen Nutzern konnte allerdings kein erfolgreiches Ergebnis erzielt werden.

Die Ergebnisse dürften vor der Intention von Social Networks betrachtet nicht verwundern: Ziel dieser Websites ist es, Menschen mit gleichen Einstellungen und Meinungen einander näher zu bringen und diese zu einem Online-Netzwerk zu verknüpfen. Wissenschaftlich überzeugt das Projekt jedoch nicht. Laut Forschungsbericht konnten die Studenten nicht umfangreich recherchieren, ob „Gaydar“ bei den restlichen als homosexuell entdeckten Personen tatsächlich richtig lag.

 

Datenschützer warnen zur Vorsicht

 

Die letzte Studie hat gezeigt, dass man weitaus mehr von sich Preis gibt, als man in seinem Profil angibt. Deswegen ist es besonders wichtig, dass man seine Daten dementsprechend schützt, wie Experten schon seit geraumer Zeit warnen. Man sollte sich darüber bewusst sein, dass alles was man einmal im Web zur Schau gestellt hat, vermutlich ewig besteht. Die möglichen negativen Auswirkungen auf den Arbeitsplatz sollten jedermann dazu veranlassen Privateinstellungen zu nutzen und seine Seite nicht frei zugänglich zu machen.

Verfasst von Kathrin Liener
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