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computer.at > Beiträge > Office auf dem Handy? Nokia und Microsoft machen’s möglich!
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Office auf dem Handy? Nokia und Microsoft machen’s möglich!
15.08.2009 04:23

Nach Fotografie, Videotelefonie und Internet steht nun ein neues multimediales Angebot in den Startlöchern. Durch eine Kooperation von Microsoft mit dem finnischen Handyriesen Nokia können demnächst MS-Office Dokumente mobil mit dem Handy bearbeitet werden. Bereits nächstes Jahr wird es soweit sein.


Stephen Elop, President Microsoft Business Division, und Kai Öistämö, General Manager Mobile Phones Business Group von Nokia gaben ihr Bündnis nach einer Telekonferenz Mittwochabend in New York bekannt. Gut 200 Millionen Nokia Kunden haben Grund zur Freude: bereits für das Frühjahr 2010 ist die Umrüstung zugunsten Office-Anwendungen geplant. Vorerst sollen alle Nokia-Geräte der E-Serie mit den Neuerungen ausgestattet werden, auch bereits am Markt befindliche Handys kommen in diesen Genuss. Anwendungen wie Word, Excel, Powerpoint, OneNote wie auch Messagingsysteme können unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden. Preise wurden noch nicht veröffentlicht. Das Betriebssystem Windows Mobile wird allerdings nicht eingesetzt. Nokia setzt weiterhin auf sein eigenes Betriebssystem Symbian.

 

Gemeinsam die Konkurrenz in die Flucht schlagen

 

Immer öfters werden Angebote von Usern genützt, die früher nur auf einem PC möglich waren. Um sich in diesem Bereich weiter zu behaupten und die immer stärker werdende Konkurrenz hinter sich zu lassen, wurde die strategische Allianz unter dem Codenamen „Pixi“ zwischen Microsoft und Nokia ins Leben gerufen. Beide Unternehmen wollen sich als Marktführer etablieren und nähern sich in Sachen Handy- bzw. Softwareentwicklung an. Bei der Betitelung der Feinde sind sich beide Konzerne weitgehend einig: Vor allem der Blackberry-Hersteller RIM (Research in Motion) ist den jüngsten Partnern ein Dorn im Auge. Diesen wollen sie mit mehr Applikationen, günstigeren Kosten und Produktivität ausstechen. Aber auch Google und Apple sind bekannte Feinde: Googles Betriebssystem Android wie das iPhone von Apple treten dem Bündnis Gewinne ab. Ebenso Open-Source-Desktop-Alternativen wie OpenOffice dürfen zum feindlichen Lager gezählt werden.

 

Vorrechte von Nokia

 

Microsoft räumte Nokia Exklusivrechte ein. Nokia genießt also Vorrechte gegenüber Handyerzeugern wie Samsung, Motorola, SonyEricsson oder HTC, die das Betriebssystem Windows Mobile zwar in ihrem Programm haben, aber nicht sofort von Microsoft-Entwicklungen profitieren können. „Dennoch sollen bisherige Kooperationen nicht von der Allianz betroffen sein“, sind sich beide Konzerne einig. Hinsichtlich der Entwicklung von Handys streben Nokia und Microsoft ebenfalls gemeinsame Projekte an. Die Zusammenarbeit soll auf neue Produktivitätserfahrungen abzielen und auch hier sollen die Neuerungen nicht an Wettbewerber weitergegeben werden. Abgesehen davon sind weitere Kooperationen in verschiedensten Bereichen geplant. Neben gemeinsamer Markt- und Sales-Pläne ist auch von gemeinsamer Sache in der Ausbildung die Rede. Selbst Partnerunternehmen sollen davon profitieren: deren Vertriebsmitarbeiter sollen geschult und laufend trainiert werden.

Nokia erwartet sich von dem Bündnis bessere Chancen in Nordamerika. Spaniens Telefónica kündigte sich bereits als Verkäufer der Nokia-Microsoft-Lösungen an.

 

Boomender Smartphone-Markt

 

Der Markt wird in den nächsten Jahren mit mobilen Endgeräten á la GPS-Systeme, Smartphones, PDAs, Netbooks oder Tablet-Geräten überschwemmt werden. Um sich entsprechend zu positionieren werden daher bisher nicht für möglich gehaltene Kooperationen geschlossen. Marktforscher sehen eben im Smartphone-Segment noch enormes Wachstumspotenzial: bis Ende 2011 sollen rund eine Milliarde der Geräte ausgeliefert werden. Bereits im Vorjahr konnte ein Wachstumsplus von 13,9 Prozent erzielt werden.

Verfasst von Kathrin Liener
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