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EU-Bürger sind fit in Sachen Internetnutzung
09.08.2009 12:44

Die Europäische Kommission hat kürzlich einen Bericht über die Internetnutzung in Europa veröffentlich. Die Zahlen verdeutlichen die rasante Entwicklung der Union in den letzten Jahren in Richtung „mobiler Kontinent“. Das Medium Internet ist sowohl aus der privaten als auch aus der beruflichen Welt nicht mehr wegzudenken.

 

56 Prozent der EU-BürgerInnen nutzen regelmäßig das Internet und „regelmäßig“ bedeutet in diesem Zusammenhang mindestens einmal pro Woche. Im Vergleich zu der letzten Erhebung, die 2004 durchgeführt wurde, stieg die Anzahl der Internetnutzer um ein Drittel. Das Internet wird sowohl privat aber vor allem von Unternehmen genutzt, die zu 80 Prozent mit dem schnellen Breitband-Internet ausgestattet sind, um von Diensten wie E-Mail, Intranet und Homepages zu profitieren. Aber auch mehr als die Hälfte aller Haushalte steigen mittels Breitband ins World Wide Web an. Mit diesen Werten liegt Europa weltweit klar an der Spitze wenn es um die Internetnutzung geht.

 

Jugendliche als Hardcore-Nutzer

 

Altersmäßig führen die jugendlichen User das Feld an, denn die meisten aller regelmäßigen Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahre alt. Im Vergleich zu dem EU-Durchschnitt zeigt sich deutlich die Überlegenheit der unter 24jährigen. Während zwei Drittel aller Jugendlichen das Internet täglich nutzen, sind es im EU-Durchschnitt nur 43 Prozent. Eben diese Gruppe zeichnet sich durch eine Besonderheit aus, denn 73 Prozent der Jugendlichen nutzten sogenannte „fortgeschrittene Dienste“ des World Wide Webs. Das sind jene Dienste, die sich unter „Web 2.0“ zusammenfassen lassen, also Inhalte werden vom Nutzer selbst formuliert mit Anderen im Web ausgetauscht. Der EU-Durchschnitt in der Kategorie der fortgeschrittenen Dienste liegt bei mageren 35 Prozent.

 

Da diese Gruppe den größten Teil der User ausmacht, muss auch ein besonderes Augenmerk gerade hier liegen. Eine weitere wichtige Feststellung wurde im Bereich der kostenpflichtigen Internetangebote gemacht. Die jugendlichen User sind am wenigsten dazu bereit, für Videos oder Musik aus dem Netz zu bezahlen. 33 Prozent weigern sich grundsätzlich für Angebote dieser Art zu zahlen, demgegenüber stehen 17 Prozent im EU-Durchschnitt. Bietet das Internet jedoch eine Qualitätsverbesserung, sind auch junge User bereit, für Musik und Videos aus dem Netz zu zahlen. Dieser Faktor ist auch in der nächsten Kategorie ausschlaggebend, denn gute Qualität hat seinen Preis, der auch von Jugendlichen durchaus gezahlt wird, wenn er es wert ist. Grundsätzlich gibt die junge Gruppe mehr Geld im Internet aus, als die ältere Generation.

 

Mobilfunknutzung und E-Commerce

 

Im Bereich der Mobilfunknutzung sind die BürgerInnen der EU besonders aktiv. Der Verbreitungsgrad liegt hier bei 119 Prozent, das heißt es gibt mehr Mobilfunknutzer als Einwohner.

 

Dem gegenüber steht der Bereich des E-Commerce, welcher laut Bericht noch viel zu wenig genutzt wird und der noch einiges an Potential in sich birgt. Nur 7 Prozent der Internetuser haben bisher grenzüberschreitende Einkäufe getätigt. Teilweise sehr praktische und userfreundliche Services wie Paypal nutzten bisweilen die wenigsten.

 

Die beliebtesten Websites in Österreich

 

Aber welche Seiten werden von den ÖsterreicherInnen am häufigsten besucht? Auszüge aus der österreichischen Webanalyse (www.oewa.at) zeigen, wo im Internet sich Hr. und Fr. Internetnutzer aufhalten. Unangefochten und einsam an der Spitze befinden sich diverse Online-Auftritte unserer Tageszeitungen, der des Standards (www.derstandard.at), der Kronen Zeitung (www.krone.at) oder des Kuriers (www.kurier.at). Die Homepages informieren aktuell und in Kürze über die wichtigsten News des Tages. Auch das Online-Telefonbuch Herold (www. herold.at) verzeichnet einen großen Teil aller Besuche. Durch die einfache und schnelle Handhabung ist dieser Service sehr beliebt.

 

Zukunftsvisionen

 

Obwohl der Bericht der Europäischen Kommission sehr positiv ausfällt, gibt es noch Verbesserungspotential. Vor allem in der Ausstattung der Bürger hapert es noch, denn immerhin ein Drittel aller EU-Bürger hat das Internet noch nie genutzt. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf und so ist es Ziel der Union, in den nächsten Jahren jedem Bürger der EU Zugang zu Breitbandinternet zu bieten. Des Weiteren soll es im Bereich der E-Commerce und der grenzüberschreitenden Geschäfte über das Internet viel Engagement geben.

Auch auf die überlegene Gruppe der Internetuser, nämlich die jugendlichen unter 24jährigen, wurde ein Auge geworfen und deren kreatives Potential im Bereich Web 2.0 erkannt. Eben diese teilweise sehr ideenreichen Beiträge sollen gefördert, genutzt und vielleicht auch entlohnt werden.

Verfasst von Ursula Fuchs
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