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Solides Geschäft mit Festplatten
02.08.2009 18:26
Flash-Speicher werden gerne als potentielle Nachfolger der normalen HDD-Festplatte geahndet. Tatsächlich sind die Kosten für „Solid State Drives“ am Sinken und damit der Stern der SSD am Steigen…

Wer hätte gedacht, dass einst ein Österreicher eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Computertechnologie gespielt hat? Gustav Tauschek hieß jener Mann, der bereits im Jahre 1932 ein Speichersystem für Computer, einen so genannten Trommelspeicher entwickelte und damit das Interesse von IBM auf sich zog. Der heutige IT-Gigant war damals noch auf die Vermietung von verschiedenen Maschinen an Unternehmen spezialisiert und stellte der Öffentlichkeit Jahre nach Tauscheks Tod die erste magnetische Festplatte vor. Seit diesem Zeitpunkt sind Hard Disk Drives schneller, kleiner und leistungsfähiger geworden – das Grundprinzip hat sich aber seit damals nicht verändert.
IBM gelang mit der Entwicklung der Festplatte ein riesiger Coup: Die Menge an Daten und die des gespeicherten Wissens wurde kontinuierlich größer und als schließlich in den 70er Jahren der Boom der Personal Computers begann, war die Verbreitung der Festplatte nicht mehr aufzuhalten.
 
Flash-Technologie gegen HDD
 
Mit der Entwicklung mobiler digitaler Geräte wie etwa Handy oder Digitalkamera, wurde aber die Tür zu Neuem aufgestoßen. Aufgrund unüberwindbarer Nachteile der HDD-Festplatte wie etwa die Empfindlichkeit gegenüber Erschütterungen und Rütteln sowie ihre große Bauform wurde die Entwicklung neuer Speichermöglichkeiten quasi herausgefordert.  Mit der Flash-Technologie wurde eine Speicherlösung gefunden, die relativ unempfindlich gegen Stöße war und sich zudem kompakter verbauen ließ – ein Meilenstein, der die Entwicklung von USB-Sticks oder MP3-Playern ermöglichte.
Nun aber, nachdem Flash-Speicher einen ebenso rasanten Siegeszug angetreten hatten wie einst die HDD-Festplatten, sollen sie HDD‘s in Computern in Zukunft gänzlich ersetzen. Bis jetzt war das vor allem wegen ihres exorbitant hohen Preises kein Thema, nun aber sollen fallende Preise den Weg für Computer mit Flash-Festplatte ebnen. Ein Vergleich zeigt jedoch, dass SSD’s zumindest preislich den herkömmlichen HDD’s noch keine Konkurrenz machen. So kostet eine Intel® X25-M SSD-Festplatte mit 80GB Speicherkapazität etwa 300€, eine Seagate Momentus HDD, ebenfalls mit 80GB ist schon um 45€ zu haben – ein Preisunterschied von stolzen 255€ also. Das Verkaufsargument, dass die Abnutzung einer SSD-Platte dafür viel geringer wäre, trifft nur teilweise zu. Natürlich gibt es bei SSD-Festplatten keine mechanisch beweglichen Teile die Verschleißschäden verursachen könnten, aber auch Solide State Drives sind nicht unbegrenzt verwendbar. Nach 10.000 bis 1000.000 Lese- und Schreibzugriffen kann die Platte entweder gar nicht mehr oder nur eingeschränkt verwendet werden. Grund dafür sind abgenutzte Oxidschichten, die bei jedem Löschvorgang ein Stück mehr beschädigt werden. Dazu kommt noch, dass Flash-Speicher aus Blöcken bestehen die sich wiederum aus Segmenten zusammensetzen und nur blockweise gelöscht werden kann. Das bedeutet, dass auch unbenutzte Segmente innerhalb eines Blockes bei jedem Löschvorgang abgenutzt werden. Zurzeit ist es noch nicht möglich, dieser Abnutzung Einhalt zu gebieten, die Lebensdauer einer SSD-Festplatte dürfte also nicht unbedingt höher sein, als die einer HDD-Platte.
 
Zukünftig „unentbehrlich
 
Das Solide State Drives in absehbarer Zukunft Hard Disk Drives ersetzen werden, ist höchst wahrscheinlich. Besonders bei Laptops sind die kleineren, unempfindlicheren, leichteren und geräuschlosen SSD-Festplatten eine gute Alternative. Im flachen MacBook Air von Apple läuft standardmäßig eine 128GB-SSD-Festplatte, auch andere MacBooks sind gegen Aufpreis mit Flash-Speicher erhältlich. Und erst kürzlich fixierte Apple in einem Vertrag mit Toshiba im Wert von 500 Millionen Dollar den Ankauf von Flash-Speichern.
Auch Festplattenprimus Seagate könnte noch dieses Jahr die erste eigene SSD-Festplatte auf den Markt bringen. Zwar zeigte sich das Unternehmen in früheren Aussendungen skeptisch über die Performance der Solide State Drives, nun scheint Seagate-Chef Bill Watkins durch Konkurrenten wie Intel oder Samsung, die bereits erfolgreich SSD-Platten anbieten, aber unter Zugzwang geraten zu sein und hält SSD’s mittlerweile für „unentbehrlich“.
Verfasst von Christian Vorhemus
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