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computer.at > Beiträge > All inclusive – Der Trend zum fix eingebauten Akku
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All inclusive – Der Trend zum fix eingebauten Akku
18.07.2009 19:23
Keine andere Technologie ist in 40 Jahren so weit fortgeschritten wie die Computerbranche. Gordon Moore erkannte als einer der Ersten, dass Rechner stetig kleiner, schneller und auch billiger werden würden und inspirierte mit seiner Idee auch heutige Notebook-Hersteller, jeden Winkel des Gerätes auszunutzen – um Akkus als festen Bestandteil des Gerätes zu etablieren.

Im Jahr 1965, noch lange bevor sich jemand vorstellen konnte, dass in knapp 30 Jahren in jedem Haushalt Computer stehen oder sogar auf Reisen mitgenommen werden könnten, publizierte der Intel-Mitbegründer Gordon Moore in der Fachzeitschrift „Electronics“ einen Artikel über die laufende und kontinuierliche Zunahme der Schaltkreiskomponenten auf einem Computerchip. Konkret prophezeite er, dass sich die Anzahl der Transistoren auf einem Chip (und damit auch die Leistung) alle 18 bis 24 Monate verdoppeln würde. Diese, später als „Moore´s Gesetz“ bekannt gewordene Faustregel, hat sich bis jetzt als gültig erwiesen und wird auch heute noch von Intel und anderen Herstellern als grobe Zukunftsprognose herangezogen.
 
Kleiner, schneller, billiger
 
Moores Voraussagen gingen Beobachtungen der Leistungsentwicklung der Jahre 1959 bis 1965 voraus. In besagter Zeit hatte sich die Zahl der Komponenten auf einem Chip noch jährlich verdoppelt, was ihn zur Formulierung seines „Gesetzes“ inspirierte. Die Resultate dieser Entwicklung haben unseren Alltag vollkommen verändert: Rechner, die früher nur in riesigen Zimmern Platz fanden, sind auf Notebook-Größe geschrumpft, Handys wurden nicht nur kleiner sondern sind mittlerweile als Multitalent einsetzbar. Die Rechner, die die NASA bei der ersten Mondlandung 1969 einsetzte, hatten einen Arbeitsspeicher von etwa 4 Kilobyte, ein iPhone 3GS ist mit 256 Megabyte mehr als 1000 Mal schneller. Die rasante Weiterentwicklung der Technologie sorgt nicht nur dafür, dass die Preise für Computer und Handys ständig sinken, auch die Effizienz der Geräte wird ständig erhöht.
Gerade in der heutigen Zeit, in der die Schlagworte Klimawandel und Energiesparen vermehrt an Bedeutung gewonnen haben, sind auch die Hersteller von Elektronikprodukten auf den Zug aufgesprungen und versuchen mit sparsameren aber gleichzeitig leistungsstarken Notebooks zu punkten. Zwei davon, Apple und Dell, könnten dabei tatsächlich einen Zukunftstrend setzen: Beide Hersteller wollen bei ihren Notebooks vermehrt auf fix eingebaute Akkus setzen. Somit, so die Entwickler, kann Platz gespart und die Leistung erhöht werden. Eine von NPD Market Research durchgeführte Umfrage stützt die Ansichten der beiden Großunternehmen. Laut NPD sind nur 5 Prozent aller US-amerikanischen Notebook-Besitzer gewillt, den Akku ihres Gerätes tauschen zu wollen wenn er nicht mehr funktioniert. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer eines Lithium-Ionen Akkus von 2 bis 4 Jahren würde dass bedeuten, dass das für den mobilen Einsatz gedachte Gerät danach nur noch als Stand-PC verwendet werden kann. Anders sieht das Markus Schuetz von Dell. Nach seinen Angaben kaufen ca. ein Drittel aller Dell-Notebook-Kunden auch einen Zweit- oder Ersatzakkumulator. Trotzdem wurde im extrem flachen Notebook “Adamo” von Dell ein nicht austauschbarer Lithium-Polymer-Akku eingebaut. Anders als bei Lithium-Ionen-Akkus sollen Lipoly-Akkumulatoren nicht nur leistungsstärker sein, sie können auch beliebige Formen annehmen um so jeden ungenutzten Winkel eines Notebooks auszufüllen. 
 
Der Weg zur Wegwerfgesellschaft
 
Die Vor- und Nachteile eines fix integrierten Akkus liegen klar auf der Hand. Für einen Tausch muss man das gesamte Gerät an den Hersteller senden. Ist das Notebook bereits älter, könnten die Tausch- bzw. Reparaturkosten höher sein als der Wert des Gerätes. Als Alternative bleiben nur Wegwerfen (was das von Greenpeace hoch gelobte,  umweltfreundliche Unternehmen Apple gar nicht gerne hören würde) oder eben die Verwendung als normalen, nicht mobilen PC der ständig am Ladekable hängt (was bei einem Notebook nicht wirklich Sinn der Sache ist). Für die Hersteller wäre der Fixeinbau auf alle Fälle ein Gewinn: Es können hohe Tauschkosten gefordert werden da man natürlich nicht nur den neuen Akku sondern auch Arbeitszeit und Transportkosten zahlen muss. Bedenkt man, dass die Notebooks von Dell mit integriertem Akku 5 Stunden Laufzeit und maximal 500 Ladezyklen überleben, ist das Gerät nach spätestens 2500 Laufzeitstunden nicht mehr zu verwenden. In der Regel dürfte dieser Wert noch weiter geringer sein, immerhin nimmt die Performance eines Akkus bei jedem einzelnen Betrieb weiter ab.
Mit der Idee des fest integrierten Akkus wird von den Herstellern weiter der Weg zur „Wegwerfgesellschaft“ geschürt - auf Kosten der Konsumenten. Wäre die Laufzeit der Akkus ebenfalls dem Gesetz von Moore gefolgt, wären in Notebooks integrierte Akkus vermutlich schon gang und gäbe. So aber bleibt zu hoffen, dass Apple und Dell trotz einiger Vorboten auf ihrer revolutionären Idee sitzen bleiben.
Verfasst von Christian Vorhemus
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