Das US-Software-Unternehmen ScriptLogic hat 1100 von IT-Admins ausgefüllte Fragebögen ausgewertet und die Ergebnisse waren wenig überraschend. Auf die meisten IT-Budgets hat sich die Rezession ausgewirkt, sei es durch Einsparungen bei Upgrades (35%) oder beim Personal (20%). 30% haben allerdings Investitionen in neue Software vorgenommen um die Effizienz zu steigern. Fast 15% haben derzeit keine Änderungen in ihren Budgets zu verzeichnen.
Die Antworten, die zum noch gar nicht fertiggestellten Windows 7 kamen, wurden in den Medien als schlechte Vorzeichen für Microsoft interpretiert. So sagten fast 60% der IT-Verantwortlichen, dass keine Pläne bestehen das neue Betriebssystem zu implementieren. Immerhin 34% gaben aber an, dass sie vorhaben, das bis Ende 2010 zu tun. Nur 5,4% wollen das schon heuer in Angriff nehmen. Als Gründe für den Aufschub wurden vor allem Zeit und Ressourcen genannt (43%) sowie Kompatibilitätsprobleme (39%).
Abwarten spart Ärger
Angesichts der Tatsache, dass Windows 7 noch nicht einmal fertig gecodet ist, sollten die Ergebnisse noch wenig besorgniserregend sein. Die Rezession mag zwar ihren Beitrag geleistet haben, das Planungen kurzfristiger geworden sind immer nur das gerade notwendige angeschafft wird. Das mag zum Teil die planlosen 60% der Admins erklären. Aber dass Entscheidungsträger nach dem Release zuerst einmal einige Monate ins Land ziehen lassen, bevor sie ihr Schicksal in die Hände eines neuen Betriebssystems legen, ist wohl auch in besseren Zeiten ein üblicher Vorgang. Schließlich gilt es Erfahrungsberichte und eventuell Servicepacks abzuwarten, die einem viel Ärger ersparen könnten. Der Blick zurück zeigt, dass auch die Umstellung auf Windows XP Jahre in Anspruch genommen hat. So sind im ersten Jahr nach dem Release gerade einmal 12-14% der Unternehmen umgestiegen, was die jetzigen Zahlen in ein neues Licht stellt. Dagegen sind die 40% ein Wert der optimistisch stimmt.
Vorteile abwägen
Ob ein Wechsel zu Windows 7 sich überhaupt auszahlt, kann frühestens nach dessen Fertigstellung beurteilt werden. Wenn die versprochenen Vorteile gegenüber einem gut funktionierenden XP-System den Aufwand der Umstellung nicht rechtfertigen, wird sich die Lust am Experimentieren auch nach 2010 in Grenzen halten (so geschehen bei Windows Vista). Auf der anderen Seite ist nicht gesagt, dass ein Teil der 60% sich nicht doch entschließen wird 2010 oder 2011 auf das neue Windows zu wechseln. Schließlich dauert auch die Rezession nicht ewig und aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sorgen muss sich Microsoft jedenfalls nicht machen, denn spätestens wenn auch die Hardware erneuert werden muss, wird dieser Gedanke dann auch für die Sparefrohs immer mehr an Reiz gewinnen.
Zur Umfrage von ScriptLogic