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computer.at > Beiträge > Cyberwar: Kriegsführung 2.0
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Cyberwar: Kriegsführung 2.0
13.07.2009 16:41

In modernen Informationsgesellschaften wird der Begriff des Cyberwars immer bedeutsamer. Virtuelle Kriegsführung inklusive Hacking, Cyberspionage und Cyberattacken bekommen in naher Zukunft einen immer  größeren Stellenwert und die Staatsoberhäupter lassen ihre Systeme aufrüsten um gegen Attacken gewappnet zu sein.


Es war nur eine Frage der Zeit, wann die großen und kleinen Staaten dieser Welt das Internet und seine Vorzüge für kriegerische Angriffe nutzen. Man befürchtet ein verstärktes Auftreten von Cyberattacken, die als fester Bestandteil der zukünftigen, internationalen Kriegsführung gelten, in der nächsten Zeit. Experten vermuten die ersten großen virtuellen Feldzüge innerhalb des Konflikts zwischen Israel und dem Iran. Israel wird in Insiderkreisen als „Spezialist in Sachen High-Tech-Sabotage“ gehandelt und dementsprechend verheerende Attacken gegen den Iran werden erwartet. Der Fokus liegt hierbei aber weniger beim Lahmlegen von ganzen Netzwerken sondern man will computergesteuerte Prozesse manipulieren und für seine eigenen Zwecke nutzen, wie zum Beispiel die Steuerung von Langstreckenraketen.

Ranking der Spezialisten in Sachen Cyberkriegsführung

Die USA veröffentlichte eine Liste all jener Staaten, die über die besten Ressourcen und das Know-How verfügen, um gezielte Cyberattacken zu starten. Wenig überraschend führt China dieses Ranking an, gefolgt von Russland und dem Iran. Erstaunlicherweise platzieren sich die Franzosen an vierter Stelle. Dahinter steht die selbstsprechende Kategorie "ExtremistInnen- beziehungsweise TerroristInnen-Organisationen" und erst an Platz sechs findet sich Israel. Zu beachten ist allerdings, dass diese Cyberwar-Statistik immer im Kontext der aktuellen Konflikte gesehen werden muss. Demnach geht die stärkste Bedrohung von Israel im Hinblick auf den Iran aus.

Der erste Cyberkrieg

Estland hatte im Frühjahr 2007 eine Cyberattacke zu beklagen, die das ganze Land für einige Tage komplett still legte. Die einzelnen Angriffe waren nicht sehr raffiniert oder kompliziert, doch äußerst massiert und konnten so die Systeme des Landes außer Gefecht setzen. Es gab Spekulationen, dass der russische Geheimdienst Drahtzieher dieser Attacke war. In Wahrheit bombardierte ein frustrierter ethnischer Russe in Estland die Computer der Regierung und wurde letztendlich zu gerade einmal 1.620 Dollar Strafe verurteilt. Die zuständige Stelle der NATO, das Nato Computer Incident Response Capabilitys Technical Center (NITC), beschäftigte sich mit diesem Fall. Das NITC mit ihren 120 zivilen Computerexperten schützt die Kommunikationssysteme der Bündnisstaaten.

Österreich’s Rolle

In Österreich wurden bisher fünf Cyberattacken gemeldet, die aber nur Firmenwebsites betrafen. Alle Attacken werden aufgrund der Vorgangsweise derselben Quelle zugeordnet.

Auch bei der Cyberkriminalität gibt es den Begriff der Dunkelziffer. Er bezeichnet in diesem Bereich das Phänomen, dass Unternehmen eine Cyberattacke nicht öffentlich machen um einem Imageschaden (aufgrund fehlender Schutzvorkehrungen gegen virtuelle Angriffe) zu entgehen.

Schutzmaßnahmen

Everybody’s Darling und US-Präsident Barack Obama kündigte Mitte Juli an, dass dem Bereich der cyber security jene Bedeutung zukommen werde, die sie im 21. Jahrhundert braucht. Weiters meinte er, dass dieser Bereich in den letzten Jahren unter Bush viel zu sehr vernachlässigt wurde und er dafür sorgen werde, dass die amerikanischen Netzwerke ausreichend vor Cyberattacken geschützt werden. Sehr zeitgemäß, Herr Obama.

Taiwan hingegen entwickelte hochaggressive Computerviren, die im Falle eines Angriffes als Vergeltung parat stehen würden. Grundsätzlich wird aber vom Chef des taiwanesischen Verteidigungsbüros von einer defensiven Stellung gesprochen.

Alles in allem haben Staaten und Unternehmen die Gefahr der Cyberattacken sehr wohl registriert und setzen auch dementsprechend Maßnahmen, wenn auch noch vorwiegend defensiv, was durchaus zu begrüßen ist. Dass unsere ultravernetzte Welt früher oder später dem Problem der Cyberkriminalität ausgesetzt ist, dürfte kaum überraschen aber bei allem Unmut über die Kriegsführung 2.0 darf ein wichtiger Aspekt nicht vergessen werden: Todesopfer forderte diese neue Art der Bekriegung nicht!

Verfasst von Ursula Fuchs
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