Knapp 10 Jahre nachdem französische Studenten erstmals mit der Entwicklung des VLC-Players begannen, wurde nun die Version 1.0.0 veröffentlicht, nachdem mehrere Vorabversionen vom Groß der Nutzer positiv aufgenommen wurden.
Dass man nicht unbedingt das beste Produkt anbieten muss um Marktführer zu sein, ist seit der Erfolgsgeschichte von Microsoft Windows nur zu gut bekannt. Dass OpenSource-Software oftmals auch besser ist als ein vergleichbares Produkt eines großen Softwareherstellers ist auch kein Geheimnis mehr. Der nun in der Version 1.0 vorgestellte VLC-Player hat es geschafft, Konkurrenten wie Windows Media Player oder Quicktime durch zwei eigentlich selbstverständliche Features auszustechen: Erstens läuft der unter der GNU General Public License gestellte und damit frei verwend- und verbreitbaren Player auf so gut wie jedem Betriebssystem, sei es Windows, Mac, Linux oder Syllable. Zweitens unterstützt der VLC-Player praktisch alle gängigen Audio- und Video-Formate und kann, anders als etwa der Windows Media Player, auch fehlerhafte oder unvollständige AVI-Dateien wiedergeben.
Neues und Bewährtes
Viele Funktionen des neuen VLC-Players waren auch schon in früheren Vorabversionen enthalten und haben entweder nur einen Feinschliff erhalten oder blieben unverändert. Hinzugefügt wurden etwa neue Features wie die Möglichkeit, den Video-Bildschirm in viele kleine Fenster zu teilen. Ebenso lassen sich Wasser- und Welleneffekte einfügen oder ein Bild oder eine Schrift vor dem Video einblenden. Weitere Einstellungen wie das Drehen des Bildes oder die Änderung der Farben sind ebenso vorhanden. Natürlich handelt es sich dabei in erster Linie um Spielereien, nützliche Funktionen wie das Abspielen von Streams oder die Konvertierung in andere Videoformate fehlen aber auch nicht. Hier fiel im Test auf, dass der VLC- und andere Player teilweise Probleme hatten, umwandelte Dateien richtig abzuspielen. Es kam zu Ruckeleien, Bildausfällen und Farbstörungen die die Datei unbrauchbar machten. Dieses Manko wirft aber nicht unbedingt ein schlechtes Licht auf den VLC-Player 1.0, immerhin handelt es sich dabei ja nicht um ein Konvertierungsprogramm sondern um einen schlicht designten aber funktionsstarken Video-Player der sich durch die hohe Kompatibilität diverser Video-Formate auszeichnet.
Verfasst von Christian Vorhemus