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computer.at > Beiträge > Internethype nach Michael Jacksons Tod
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Internethype nach Michael Jacksons Tod
07.07.2009 10:29

Der Tod von Poplegende Michael Jackson sorgte nicht nur auf den Straßen für Aufregung, auch im Web brach eine wahre Massenhysterie aus. Rekordzugriffe auf Internetforen und Suchmaschinen waren die Folge. Bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia tobte ein regelrechter Edit-War.


Die Nachricht vom Tod des King of Pop wurde zuerst von der Promi-Website TMZ.com aufgegriffen und verbreitet. Binnen weniger Sekunden löste die Botschaft einen Hype aus, der auf zahlreichen Homepages für Furore sorgte. Über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter oder per SMS wurde die Information wie ein Lauffeuer verbreitet. Andere Medien konnten mit der Schnelle der Berichterstattung kaum Schritt halten. Zuerst wurde mit einem Verweis auf die Promi-Website die Unsicherheit über den Wahrheitsgehalt der Nachricht kaschiert. Erst eine Stunde nach der Veröffentlichung auf TMZ bestätigte z.B. auch die „Los Angeles Times“ das angebliche Gerücht. TMZ fiel bereits in jüngster Vergangenheit durch ultraschnelle Verbreitung von brisanten Prominews wie der Scheidung von Britney Spears auf. Neben der raschen Verbreitung sticht ebenfalls die thematische Dominanz in Online-Netzwerken ins Auge. Rund dreißig Prozent der Nachrichten auf dem Blogging-Service Twitter thematisierten Jackos Tod. Als Meilenstein in der Entwicklung der digitalen Medienwelt werden die Ereignisse in Expertenkreisen gehandhabt. Nicht einmal Themen wie die Schweinegrippe oder die Proteste im Iran konnten für einen derartigen Andrang auf Internetseiten verzeichnen.

 

Ansturm hatte Ausfälle und Überlastungen zur Folge

 

Durch den Run auf Suchfunktionen wurden die Systeme teilweise lahm gelegt. Google News registrierte Anfragen in Millionenhöhe, diese wurden anfangs sogar als Hackerangriff interpretiert. User mussten als Schutzmaßnahme eine halbe Stunde lang einen sogenannten „Captcha“-Check absolvieren, also eine Reihe von Buchstaben- und Zifferkombinationen eingeben, bevor die Suchergebnisse zu Michael Jackson angezeigt wurden. AOL hatte Probleme mit der Chatfunktion, diese brach vorübergehend zusammen. Auch bei Twitter kam es zu kurzen Ausfällen, die Plattform hatte mit dem doppelten Nachrichtenaufkommen zu kämpfen. Die Suchfunktion, die normalerweise Informationen in Echtzeit liefert, brauchte rund 20 Minuten länger. Durch eine vorübergehende Deaktivierung der „Trending Topics“ wurde versucht den zahlreichen Zugriffen entgegenzusteuern. Laut dem Monitoring-System von Akamai verdoppelte sich der Datenverkehr von Nachrichtenseiten. Mehr als vier Millionen Besucher pro Minute brachten die Verfügbarkeit mancher Websites in arge Bedrängnis. Von der Überlastung besonders betroffen waren LAtimes.com, CBSnews.com und ABCNews.

 

Auswirkungen auch auf Wikipedia und iTunes

 

Auch Wikipedia blieb von der Massenhysterie nicht verschont. Die Unsicherheit über die Echtheit der Todesnachricht führte zu einem Edit-War. Der Artikel über die Person Michael Jackson war von ständigen Änderungen betroffen. Sobald die Information des Ablebens eingefügt wurde, löschte sie ein anderer sofort wieder heraus. Auf iTunes nahm „Thriller“ innerhalb weniger Stunden den ersten Platz ein unter den Downloads bei vollständigen Alben. Auch an YouTube ging die Verzweiflung der Fans nicht spurlos vorüber. Mit einer enormen Nachfrage nach Michael Jacksons Videos versuchten die trauernden Anhänger sich Jackos Karrierehöhepunkte noch einmal in Erinnerung zu rufen. Auf Facebook erinnern Gedenkaktionen und Mahnwachen an das Ableben des Künstlers. Abertausende Menschen fühlen sich durch diese moderne Art zu trauern einander verbunden.

Verfasst von Kathrin Liener
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