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computer.at > Beiträge > Der neue Jungfuchs im Test
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| 06.07.2009 15:17
Er wird von Mozilla als der „schnellste, sicherste und intelligenteste“ Browser bezeichnet, den der Konzern je entwickelt hat. Der neue Firefox 3.5, der nun als Release Candidate zum Download angeboten wird, setzt auf schnellere Verarbeitung der Webinhalte und eine individuell anpassbare Oberfläche.
Laut offizieller Download-Statistik von Mozilla (http://downloadstats.mozilla.com/) soll er mit Stichtag 04.07.09 bereits mehr als 12 Millionen Mal heruntergeladen worden sein. Die neue Version des Webbrowsers Firefox soll vor allem in puncto Schnelligkeit alle anderen Browser in den Schatten stellen. Zumindest was das Presseecho betrifft, kann sich Firefox bereits jetzt die Krone aufsetzen: Über keinen anderen Browser wurde bei Veröffentlichung eines Updates so heftig diskutiert wie über Firefox. Kein Wunder, immerhin sehen ihn die meisten glaubwürdigen Newsportale in der Nutzungshäufigkeit knapp vor Internet Explorer, Safari oder Opera.
Schneller, besser, individueller
Seitens Mozilla ist zu hören, noch im Jahr 2008 sei ein Upgrade auf Firefox 3.1 geplant gewesen, nun habe man sich entschieden aufgrund der vielen neuen Funktionen die laufende Nummerierung auszulassen und den neuen Firefox gleich mit der Nummer 3.5 zu versehen. Eine Idee, die dem Konzern breites Interesse der Öffentlichkeit sicherte, immerhin ist auf den ersten Blick von den Neuerungen nicht viel zu sehen: Die Oberfläche ist weitgehend unverändert geblieben, einzig kleine Schönheitskorrekturen bei Logo und Buttons wurden durchgeführt. Die wirklichen Änderungen kommen aber erst beim ausführlichen Test zum Vorschein. So ist Firefox 3.5 spürbar schneller als Version 3.0, nur Safari 4 erzielt bei der Ladezeit von Webseiten ähnlich starke Ergebnisse. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt an einer leistungsfähigeren Javascript-Engine mit dem Namen „TraceMonkey“. Im Gegensatz zu Vorgänger „SpiderMonkey“ läuft die Kompilierung mit TraceMonkey über „trace-trees“ ab. Ein Tracing-Mechanismus zeichnet die Pfade, die beim Durchlaufen einer Schleife auftreten können auf, und generiert einen Code, der später wieder genutzt werden kann. Dadurch soll die Geschwindigkeit gegenüber anderen JIT-Compilers um den Faktor 20 bis 40 steigen. Ebenfalls neu ist eine Unterstützung für Video- und Audio-Tags die im Rahmen von HTML 5 eingeführt worden sind. War bisher die Einbindung von Audio- oder Videoelementen in eine Webseite nur mühsam möglich, können mit <audio>- oder <video>-Tags Multimediainhalte direkt genutzt werden. Auch Canvas-Features werden nun verstärkt unterstützt. Damit können innerhalb einer Webseite Grafiken gezeichnet und Bilder manipuliert werden. Die bereits oben genannte Statistik-Seite http://downloadstats.mozilla.com/ funktioniert mit Canvas-Elementen, die beispielsweise mit Internet Explorer 8 immer noch nicht unterstützt werden. Für den User dürften aber besonders jene Features interessant sein, die die Nutzerfreundlichkeit erhöhen sollen. Links können beispielsweise mittels Drag & Drop aus der Webseite in das Such- oder Adressfeld gezogen werden. Ebenso lassen sich geöffnete Tabs in andere geöffnete Firefox-Fenster ziehen. Eine nette Möglichkeit die aber den Sinn hinter der Sache vermissen lässt, ist die Wiederherstellung von (irrtümlich) geschlossenen Tabs. Ein Klick in die alt bekannte „Chronik“ würde denselben Effekt erzielen, zumal Tabs nicht mehr hergestellt werden können, wenn Firefox einmal geschlossen wurde. Natürlich unterstützt Firefox 3.5 weiterhin Add-Ons, die den Browser individualisieren lassen. So steht die für Safari 4 vorgestellte Funktion „Top Sites“ in fast gleicher Form unter dem Namen „Foxtab“ auch für Firefox zur Verfügung. Weiters kann mit dem Add-On „Personas“ die Benutzeroberfläche in Firefox praktisch völlig frei angepasst werden. Zwar bieten auch andere Webbrowser die Möglichkeit einfacher Design-Änderungen, aber nicht in diesem Ausmaß. Ein Punkt, den Tristan Nitot, Mozilla-Europe-Präsident, besonders hervorhebt, ist die Tatsache, dass Mozilla als Non-Profit-Organisation wesentlich enger mit dem Nutzer verbunden ist und Verbesserungsvorschläge schneller in neue Versionen eingebunden werden können. "Die besten Ideen, die für eine Mehrheit nützlich sind, können in zukünftigen Firefox-Versionen feste Features werden", erklärt Nitot.
Fazit
Möglicherweise wartet schon im Oktober dieses Jahres ein Firefox-Boom für Europa. Denn Microsoft hat erklärt, aufgrund von EU-Vorschriften, seinen eigenen Browser nicht mit Windows 7 mitzuliefern. Microsoft wird sich diesen Startvorteil für den Internet Explorer zwar nicht so leicht nehmen lassen und den Browser entweder über Update-Funktionen oder auf externen CD’s zum Benutzer bringen wollen, vielleicht ist das aber auch eine Chance für Firefox mehr Marktanteile zu ergattern. Firefox 3.5 ist auf alle Fälle ausgezeichnet gelungen und hat sich im Test als schnell und zuverlässig erwiesen. Es gab keinen Punkt, in dem der Browser negativ aufgefallen wäre, was auf eine baldige Veröffentlichung der finalen 3.5-Version hoffen lässt. Verfasst von Christian Vorhemus | |
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