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Die strahlende Creative Suite 5
21.04.2010 10:28
Knapp zwei Stunden lang wurde die neue Creative Suite 5 von Adobe in Wien im Rahmen einer Pressekonferenz vorgeführt und es schien, als hätte man trotzdem nur einen Bruchteil der neuen Funktionen gesehen.

„Das Wetter ist so strahlend schön wie unsere neue Creative Suite 5“, stellte Wolfgang Soritsch bei der Präsentation der neuen Design- und Kreativprogramme von Adobe ganz unbescheiden fest. Tatsächlich wurden die professionellen Layout-Tools und Werkzeuge der ohnehin nicht schlanken Palette an Funktionen in praktisch allen Creative Suite Programmen kräftig aufgestockt. Vorrangiges Ziel der Entwickler war es, bereits vorhandene Funktionen so zu revolutionieren, dass Benutzer schneller und einfacher arbeiten und dadurch Zeit und Geld sparen können. Außerdem wurde die Wichtigkeit der multimedialen Anwendungen betont: So ist die CS5 darauf ausgelegt, Projekte die in einem Adobe Programm begonnen wurden, unkompliziert in ein anderes Programm zu exportieren um sie dort direkt weiterverarbeiten zu können. Als Beispiel dient die Entwicklungsumgebung Flash die in der CS5 auch zum Erstellen von Anwendungen für mobile Plattformen wie Smartphones oder Tablets verwendet werden kann. Die Tatsache, dass Apple kurzfristig die Lizenzvereinbarung abänderte und ab sofort keine Anwendungen für das iPhone oder iPad zulässt, die nicht mit Apple’s Development-Kit geschrieben wurden, rief anfangs Empörung seitens Adobe vor. Man verkniff sich aber, öffentlich über eine geeignete Retorsion für Apple zu debattieren und übte sich in Zurückhaltung. Denkbar ist aber, dass Adobe nun auf andere Geräte wie BackBerry, Android oder webOS ausweicht, eine kompatible Entwicklungsumgebung für diese Plattformen wurde bereits angekündigt.

Neues in Photoshop

Zwei der wohl bedeutendsten Neuentwicklungen für Adobe Photoshop sind „Content Aware Fill“ und „Puppet Warp“. Letzteres Werkzeug legt über ein freigestelltes Objekt eine Art Drahtgitter und ermöglicht realistisches Verbiegen und Verformen ohne auf Distorsions- oder Verzerrungsfilter zurückgreifen zu müssen. Zusätzlich lassen sich die Objekte an bestimmten Stellen anpinnen wodurch sich Dreh- und Angelpunkte ergeben die das Bearbeiten erleichtern.
„Content Aware Fill“ soll all jenen helfen, die bereits öfter vor dem Problem standen, ein Objekt aus einem Hintergrund auszuschneiden und diesen danach wieder zu komplettieren. Es genügt dabei, das störende Objekt grob freizustellen und danach das „Content Aware Fill“-Werkzeug anzuwenden, den Rest übernimmt Photoshop – und das mit erstaunlich guten Ergebnissen: Sogar komplizierte Hintergründe und feine Linien werden realistisch repliziert, Kopierstempel und Co. können also getrost in der Schublade bleiben. Zusätzlich hat die „strahlende CS5“ auch ein „Dekontaminierungswerkzeug“ an Board. Dieses Werkzeug hilft, unschön ausgeschnittene Kanten eines Objektes zu „dekontaminieren“, sodass Farbartefakte verschwinden sobald man das Objekt auf einen neuen Hintergrund überträgt.

CS Live Services und 64bit

Erstmals direkt in Adobe CS5 Programmen integriert sind auch Webanwendungen von Adobe die unter dem Namen „CS Live Services“ zusammengefasst werden. Ein besonders für Webentwickler interessantes Tool dieser Live Services ist Adobe BrowserLab. Unter http:// browserlab.adobe.com kann man nach einer kostenlosen Registrierung das Aussehen von Webseiten unter diversen Browsern unter verschiedenen Betriebssystemen testen. So kommt man browserspezfischen Unterschieden in der Interpretation von HTML, CSS oder Javascript auf die Schliche ohne alle Programme extra am eigenen PC installieren zu müssen. Ob alle CS Live Services kostenlos bleiben steht noch in den Sternen, Faktum ist, dass ab nächstem Jahr zumindest Teile der Online-Anwendungen kostenpflicht werden – auch für jene, die die Creative Suite 5 besitzen.
Ebenfalls neu in der CS5-Edition ist die Unterstützung von 64bit für ausgewählte Programme (u.a. Photoshop und After Effects). Durch den zusätzlich ansprechbaren Arbeitsspeicher sollen Filme und große Grafiken flüssiger und schneller eingefügt, bearbeitet und abgespeichert werden. Besonders für effektreiche HD-Sequenzen in professionellen Videoproduktionen sei dies ein deutlicher Vorteil.

Natürlich hat Photoshop und Co. auch seinen Preis, die komplette Master-Collection mit allen Programmen der CS5 schlägt sich mit etwa 3600€ zu Buche, deutlich günstiger bekommt man das „Design Standard“-Paket mit Photoshop, Illustrator, InDesign und Acrobat für ca. 2000€. Adobe unterstreicht mit diesen Preisen wieder einmal wer seine klare Zielgruppe ist: Professionelle Layouter, Fotografen und Künstler die für diesen Preis auch hochwertige Produkte haben wollen.
Die CS5 ist ab Mitte Mai erhältlich und wird, das zeichnet sich ab, dem Unternehmen „strahlenden“ Gewinn bescheren…

Verfasst von Christian Vorhemus
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