Effizienter werden, Wachstum steigern, Kunden binden – das sind Schlagworte, die man wohl von jedem IT-Unternehmen Jahr für Jahr zu hören bekommt, wenn man nach Plänen für die Zukunft fragt. Auch bei Fujitsu ist das nicht anders.
So legte das Unternehmen, vertreten durch Vice Chairman oft the Board Satoru Hayashi und Fujitsu-Österreich Geschäftsführer Wolfgang Horak, pünktlich zu Beginn des zweiten Quartals seine grundlegenden Pläne für die Zukunft vor und resümierte über das vergangene Jahr. Die wichtigsten Punkte: Green IT fördern, Kundenservice verbessern und nach dem Motto „Think global, act local“ operieren. Letzter Punkt dürfte interessant werden, wenn das Unternehmen daraus tatsächlich Nägel mit Köpfen macht, denn: Nach Angaben von Satoru Hayashi werden knapp 50% des Gesamtumsatzes ausschließlich in Japan gemacht. Der Strategieplan sieht nun eine kontinuierliche Ausweitung des Geschäfts auf andere Märkte vor, insbesondere den amerikanischen IT-Größen wie IBM, HP und Dell soll ein wenig Einhalt geboten werden. In diesem Zusammenhang betonte Hayashi auch, dass Fujitsu der größte nicht-amerikanischer Serverhersteller ist und verwies gleichzeitig darauf, dass bei Fujitsu zurzeit etwa 57% des Gesamtumsatzes mit IT-Infrastruktur und dazulassenden Applikationen gemacht wird.
Geht es nach Hayashi, soll vor allem eine Green-IT-Initiative zukünftige Kunden von Fujitsu überzeugen. Dabei geht es nicht nur darum, dass Fujitsu selbst CO2 einspart (wobei das Unternehmen zwischen 2009 und 2012 den CO2-Ausstoß um 15 Tonnen verringern will), vor allem die Kunden sollen durch sparsame IT-Infrastruktur Energie und damit auch Kosten sparen. Hayashi hob hierbei besonders den PRIMERGY BX900-Server hervor, der im Portfolio als besonders energiesparend und effizient angepriesen wird. Auch der Gewinn mehrerer „Green-IT-Awards“ wurde stolz bekannt gegeben und als Signal gewertet, dass man Greent-IT betreffend am richtigen Weg sei. Schließlich wurde auch das „Cloud Computing“ als zukunftsweisende Strategie genannt. Hier sollen viele einzelne Computer oder Workstations durch einen Zentralrechner ersetzt werden, der dann insgesamt viel sparsamer arbeitet als Einzelrechner.
Auch Konzepte der Kundenbindung wurden vorgestellt. So will Fujitsu ab kommenden Jahr online einen „Server-Configurator“ anbieten, der genaue Vorgaben des Kunden bezüglich Leistung und Umfang als Input erhält und passende Lösungen sowie den voraussichtlichen Preis ausgibt. Schon jetzt, so betonte Wolfgang Horak, habe man bei namhaften österreichischen Unternehmen, allen voran nannte er die OMV, Voest, Swarovski und Casinos Austria, so genannte „Value Studies“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Zusammenarbeit mit Firmen, die IT-Infrastruktur benötigen oder deren Effizienz steigern wollen und von Fujitsu-Service-Mitarbeitern über verschiedene Möglichkeiten beraten werden.
Keine Überraschungen bei Fujitsu Österreich
Dass man mit gut positionierten Serviceleistungen punkten will, ist besonders seit dem Krisenjahr 2009 nachvollziehbar. Immerhin brach vor allem der weltweite Servermarkt im ersten Quartal des letzten Jahres 2009 laut Gartner Research gemessen an Größen wie IBM, HP oder Dell stark ein. Trotzdem sprach Wolfgang Horak von einer positiven Bilanz in Österreich, ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen: „Der Markt ist allgemein zurückgegangen, trotzdem konnten wir die Anzahl unserer Mitarbeiter im Kompetenzzentrum erhöhen“. Bislang waren laut Horak 4 Mitarbeiter angestellt, diese Zahl wurde im so genannten „Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Virtualisierung“ auf 40 erhöht. Speziell für Österreich ausgelegte Neuerungen oder Visionen wurden nicht genannt, stattdessen wurde Wien als idealer Ausgangspunkt für Osteuropa angepriesen: „Mit Wien als Tor zu Südosteuropa haben wir eine besonders spannende Ausgangslage, denn wir sind der Hebel, über den unsere südosteuropäischen Nachbarländer mit Know-how versorgt werden.“, so Horak.
Angekündigte Revolutionen finden nicht statt, heißt es oft bei groß hinausposaunten Zukunftsvisionen - Fujitsu lässt sich darauf nicht ein. Es wurde bis auf die Tatsache, dass man lokal denken und global agieren wolle um das Kundenservice zu verbessern, keine großen Versprechen getätigt. Umso spannender bleibt die Frage, ob der Konzern die amerikanischen IT-Riesen tatsächlich durch besseres Kundenservice auf lokaler Ebene bedrängen kann, da IBM, Dell oder HP in diesem Punkt ohnehin bedingt durch ihre Größe zweifelsohne nicht zu den Besten zählen.